Willkommen zu meinem Blog zur Genealogie und Familienforschung in Westfalen!

Genealogie und Familienforschung ist ein wunderbares Hobby. Wer sich einmal auf den Weg begibt, seine Vorfahren zur erkunden, kann häufig nicht mehr davon lassen. Menschen waren aber früher nicht so mobil wie sie das heute sind. Viele verblieben über Generationen in ihrer Region.

Zur Genealogie und Familienforschung in Westfalen möchte ich Ihnen hier Informationen liefern. Im Wesentlichen sind es zunächst 3 Bereiche, die hier vorgestellt werden. Unter „Aktuelles“ finden Sie kurze Meldungen, die für Genealogen in Westfalen von Interesse sein können. Im Bereich „Wissen“ finden Sie ausführlichere Informationen zu verschiedenen Themen der Genealogie, wobei Westfalen immer im Mittelpunkt steht. Familienforschung macht gemeinsam mit anderen noch mehr Spaß. Deshalb finden Sie unter „Termine“ Hinweise auf Veranstaltungen, Treffen, Vorträge und so weiter.

Zu meiner Person:

Mein Name ist Manfred Köllner. Seit 25 Jahren beschäftige ich mich mit Familienforschung und seit 10 Jahren bin ich als Berufsgenealoge tätig. Mein Schwerpunktgebiet ist die ehemalige preußische Provinz Westfalen.

An den Universitäten Paderborn und Hagen habe ich Geschichte, Erziehungswissenschaften und Rechtswissenschaften studiert. Neben meiner Tätigkeit als Berufsgenealoge und freiberuflicher Historiker betreibe ich einen Fachhandel für Genealogieartikel. Ich würde mich freuen, wenn Sie meinen

Geneashop

ebenfalls besuchen.

 

 

Neue digitalisierte Kirchenbücher aus dem Kreis Höxter

Beispielsseite aus Vol. 106

Nach sehr langer Zeit sind nun wieder neue Titel in der Reihe Edition Detmold erschienen. Mit Körbecke und Bühne (Vol.106) heute zur Stadt Borgentreich gehörig und Peckelsheim (Vol. 107) und Eissen, Fölsen und Löwen (Vol. 108) heute Ortsteile von Willebadessen, sind es Gemeinden aus dem Altkreis Warburg.

Zur Edition Detmold

Die Edition Detmold ist eine Digitalisierungsprojekt des Landesarchivs NRW in Detmold in Zusammenarbeit mit dem Patrimonium Transcriptum Verlag in Bonn. Die im Personenstandsarchiv in Detmold lagernden französichen Zivilstandsregister aus der Zeit von 1808 – 1813, sowie die Kirchenbuchduplikate aus der Zeit von 1815 – 1874, werden nach und nach digitalisiert. Die jeweiligen Gemeinden werden dann als DVD zum Kauf angeboten.

Durch das Angebot von Archion.de, das Digitalisierungen der evangelischen Kirchenbücher im Internet anbietet, hat die Edition Detmold sicher eine erhebliche Konkurrenz bekommen. Daher ist es kein Wunder, wenn der Verlag sich nun auf die katholischen Gebiete vor allem des Bistums Paderborn konzentriert. Wie aus dem Bistumsarchiv zu erfahren ist, wird es noch recht lange dauern, bis die dortigen Kirchenbücher vollständig digitalisiert sind und über eine Plattform online gehen.

Einzelheiten zu den neuen Digitalisaten:

Körbecke und Bühne Vol. 106 1808 – 1874

Die Gemeinden Körbecke gehören heute zur Gemeinde Borgentreich (PLZ 34434) im Kreis Höxter.

Die Kirchenbuchduplikate von Bühne registrieren Personenstandsfälle aus den Orten Bessemühle, Bühne, Höppermühle, Im Evershagen, Kleine Mühle, Lutzenmühle, Manrode, Muddenhagen, Ranzemühle. In den Zivilstandsregistern sind Eintragungen zu Manrode und Muddenhagen enthalten.

Peckelsheim Vol. 107 1809 – 1874

Peckelsheim ist heute ein Ortsteil der ostwestfälischen Kleinstadt Willebadessen (PLZ 34439) im Kreis Höxter. Die Zivilstandsregister registrieren Personenstandsfälle aus den Orten Peckelsheim, Schweckhausen und Willegassen. Die katholischen Kirchenbuchduplikate registrieren Personenstandsfälle aus den Orten Peckelsheim, Schönenthal, Schweckhausen und (Gut) Wiggelmissen, Willegassen.

Mit den evangelischen Kirchenbuchduplikaten von Peckelsheim von 1826 bis 1874 ist auch eine der frühen evangelischen Gemeinden in Ostwestfalen erfasst. Die evangelische Gemeinde von Peckelsheim ist zudem noch nicht bei Archion.de eingestellt. Die Kirchenbuchdulplikate registrieren Personenstandsfälle aus einem weiteren Bereich. Eintragungen aus folgenden Orten finden sich:

Aldorpsen, Alfredshöhe, Bonenburg, Borgentreich, Borlinghausen, Bühne, Deppenhöfen, Dinkelburg, Dringenberg, Engar, Fölsen, Gehrden, Hainholz, Helmern, Holzhausen bei Brakel, Gut Laake, Löwen, Natingen, Neuenheerse, Niesen, Peckelsheim, Schweckhausen, Siddessen, Zeche Teutonia bei Borlinghausen, Willebadessen und Willegassen.

Eissen, Fölsen und Löwen Vol. 108

Auch Eissen, Fölsen und Löwen sind heute Ortsteile von Willebadessen (PLZ 34439) im Kreis Höxter. Die Zivilstandsregister und Kirchenbuchduplikate zu Eissen registrieren auch Personenstandsfälle aus dem Ort Aldorpsen.

Die Kirchenbuchduplikate zu Fölsen registrieren Personenstandsfälle aus den Orten Fölsen, Haverhausen, Helmern, Niesen.

Die Zivilstandsregister und Kirchenbuchduplikate zu Löwen registrieren Personenstandsfälle aus den Orten Borlinghausen, Dettmarsen, Ikenhausen, Löwen.

Kirchenbücher aus dem Bistumsarchiv Münster online

Screenshot der Website von Matricula-online

Angekündigt war, dass die ersten Kirchenbücher des Bistums Münster direkt nach Ostern online gehen sollten. Dass hatte nicht geklappt und in allen Newsgroups wurde immer wieder gefragt: „Wann geht’s endlich los?“

Heute können wir endlich vermelden, dass die ersten Bücher tatsächlich online gestellt sind. Es handelt sich um die Kirchspiele von A – F. Die völlig kostenlose Datenbank kann bei Matricula-online ab sofort genutzt werden.

Am Anfang war die Woort – Ein neues Buch zu Flurnamen in Westfalen

Cover des Buches von Gisbert Strotdrees

Familienforschung und Namensforschung sind wie ein Geschwisterpaar. Wer sich für Familienforschung interessiert wird sicherlich auch Interesse an der Namesforschung finden.

Viele Familiennamen in Westfalen sind Herkunftsnamen und beziehen sich auf die Orte und Fluren, an denen die Familien früher wohnten. Für Familienforscher, Namensforscher und Heimatfreunde gibt es über einen interessante Neuerscheinung zu berichten:

Am Anfang war die Woort – Flurnamen in Westfalen

Der Autor ist Gisbert Strotdrees. Er ist 1960 in Harsewinkel geboren, studierte Geschichte, Germanistik und Pädagogik und arbeitet als Redakteur beim Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben in Münster. In dieser Eigenschaft hat der Autor, der auch Mitglied der Volkskundlichen Kommission für Westfalen ist, die Erkenntnisse des westfälischen Flurnamenatlas von Gunter Müller für ein Breites Publikum aufbereitet. Die so entstandene Serie im genannten Wochenblatt wurde nun zu einem Buch zusammengefasst. Die Texte sind durch Karten und Bilder ergänzt worden. Zudem wurden sie thematisch geordnet.

Im Klappentext heißt es zu dem Buch:

„Flurnamen wie Woort, Esch, Geist, Kamp, Brink, Waldemei oder Kopp wurden zumeist mündlich durch die Jahrhunderte gereicht und geben heute nicht selten Rätsel auf. Sie spiegeln vergangene Sprach- und Alltagswelten wider. Außerdem weisen sie indirekt auf den Wandel von Natur und Landschaft hin.

An den Flurnamen ist abzulesen, wie die Menschen der ländlichen Gesellschaft ihre Umwelt wahr-genommen und sich darin orientiert haben – und auch, wie sie die Landschaft durch Besiedlung, Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Verkehr veränderten.“

Und tatsächlich ist eine leicht lesbare Publikation dabei heraus gekommen, die zum Blättern und schmökern einlädt. Der Inhalt ist sinnvoll geordnet und durch ein Register der Flurnamen erschlossen.

Angaben zum Buch:

Gisbert Strotdrees

Im Anfang war die Woort – Flurnamen in Westfalen

= Westfälische Beiträge zur niederdeutschen Philologie 16

2017. ISBN 978-3-7395-1116-0Gebunden. 30 x 21 cm

184 Seiten. 54 farbige und 12 schwarzweisse Abbildungen

24,00 € Ladenpreis

Das Buch erhalten Sie natürlich auch in meinem Geneashop:

Am Anfang war die Woort

BAMS geht online – Die Recherche ist kostenlos

Lesesaal BAMS

Am 18. April ist es endlich soweit. Das Bistumsarchiv in Münster wird auf der Plattform Makulatur beginnen, seine digitalisierten Kirchenbücher online zu stellen. Das ist dem kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Münster vom 15. März 2017 zu entnehmen. Die Reihenfolge der Veröffentlichungen erfolgt offenbar nach dem Alfabet. Nicht bekannt ist, wie schnell die Online-Stellung erfolgt und wann auch die letzten Kirchenbücher dort einsehbar sind.

Erfreulich ist jedenfalls, dass die Veröffentlichung bei Matrikula erfolgt. Dies Plattform bietet die Recherche in den Digitalisaten nämlich kostenfrei an. Sie unterscheidet sich damit deutlich von Archion, wo viel evangelische Kirchenbücher bereits kostenpflichtig zur Recherche zur Verfügung stehen.

Auch im Hinblick auf die Schutzfristen fällt man allerdings hinter die Regelungen des Personenstandsgesetzes zurück. Diese gelten für Standesämter bzw. Standesamtregister in den Stadtarchiven. Hier können die Register für Geburten nach 110 Jahren (z. Zt. also bis 1906 einschließlich), für Trauungen nach 80 Jahren (1936) und für Sterbefälle nach 30 Jahren (1986) eingesehen werden. Matrikula hat längere Schutzfristen:

Taufen 120 Jahre (1896)

Trauungen 100 Jahre (1916)

Sterbefälle 100 Jahre (1916)

Erstkommunikanten 110 Jahre (1906)

Natürlich werde ich die Veröffentlichungen weiter beobachten und unter Aktuelles darüber berichten.

Links: www.matrikula-online.eu und www.archion.de

 

Suche nach Westfalen bei der Niederländischen Ostindien-Kompanie

Der Eintrag des Jan Caspar Hejhoff aus Westenholz

Die Mobilität der Bevölkerung war im 18. Jahrhundert weitaus höher, als allgemein angenommen wird. Beliebtes Ziel aus Westfalen waren die Niederlande. Bekannt ist das Phänomen der Hollandgängerei. Tausende zogen im Sommer von Westfalen nach Holland, um dort als Erntehelfer zu arbeiten. Im Herbst kehrten sie nach Westfalen zurück.

Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC)

Wenig beachtet wurde bislang, dass sich viele Westfalen auch langfristig dort verdingten und zwar bei der Niederländischen Ostindien-Kompanie, der Vereenigde Oostindische Compagnie kurz VOC.  Eigentlich sollten die Angestellten der VOC folgendes Bewerberprofil mitbringen: Sie sollten aus den Niederlanden stammen, sollten der protestantischen Religion angehören, sie sollten gesund und nicht vorbestraft sein. Bei dem ungeheuren Arbeitskräftebedarf waren diese Vorgaben aber nicht zu halten und so wurden gerade für die niederen Ränge auch Angestellte aus dem ganzen norddeutschen Raum angeworben. Letztlich lag der Anteil der eigentlichen Niederländer sogar unter 50 %. Mareike Menne hat in ihrem Aufsatz „Elendes Volk, vor Batavia ertrunken – Nordwestdeutsche als Angestellte der niederländischen Ostindienkompanie“ (Paderborner Historische Mitteilungen 27/2014 S. 102 – 124) den derzeitigen Forschungsstand zu dieser Personengruppe zusammengefasst.

Die Datenbank des niederländischen Nationalarchivs

Uns Genealogen interessiert natürlich in erster Linie, ob diese Angestellten der VOC recherchierbar sind. Eine Datenbank des niederländischen Nationalarchivs macht die Recherche sogar besonders einfach. Grundlage der Recherche sind die 2.797 Schiffssoldbücher. Über diese sind fast alle Personen, die bei der VOC beschäftigt waren erfasst. Es wird geschätzt, dass lediglich ca. 5 % der Schiffssoldbücher verloren gegangen sind. Es liegen die Daten von ca. 685.000 Besatzungsmitgliedern vor. Der zugrundeliegende Zeitraum ist 1700 – 1794.

Dabei werden natürlich nicht nur die Kernbesatzungen der Schiffe erfasst. Im Wesentlichen sind es neben der Kernbesatzung, die zum Manövrieren der Schiffe erforderlich war, drei weitere Gruppen: Handwerker für die Niederlassungen in Asien, Soldaten und Sonstige wie Kaufleute, Geistliche u.s.w.

Inzwischen sind diese Schiffssoldbücher digitalisiert und über eine Online-Datenbank abrufbar:

http://vocopvarenden.nationaalarchief.nl (08.03.2017)

Bei der Nutzung muss man jedoch einige Besonderheiten beachten. Da es sich um eine niederländische Kompanie und nun auch um einen niederländische Datenbank handelt, sind in der Regel die niederländischen Schreibweisen verwandt worden. Wenn Sie also nach „Meier“ suchen, werden Sie kaum fündig. Geben Sie jedoch „Meijer“ ein, erhalten Sie hunderte Ergebnisse. Grundsätzlich sollten die verschiedensten Schreibweisen ausprobieren. Mareike Menne (s. o.) hat z. B. für „Paderborn“ 30 verschiedene Schreibweisen gefunden und zwar von „Paderborn“ bis „Baderboam“ und „Patenborn“.

Hilfreich sind hier Trunkierungen, die mit dem „*“ möglich sind. Gibt man z. B. meinen Heimatort „Delbrück“ in dieser Form ein, hat man einen Treffer. Sucht man aber nach „Delbr*“ findet man 24 Personen, die definitiv aus Delbrück stammen.

Welche Informationen sind enthalten?

Was erfahren wir aber nun über die einzelnen Personen? Hat man über die Suchmaske eine Person gefunden, erhalten wir in der Regel folgende Informationen:

  1. den Namen, Herkunftsort und die Funktion bzw. den Rang des Besatzungsmitgliedes
  2. das Ende des Dienstverhältnisses (Datum, Ort, Grund)
  3. die Unterzeichnung eines Monatsbriefes (dieser beinhaltete eine Anweisung an die VOC, an die Familie des Betreffenden maximal drei Monatslöhne pro Jahr aus seinem Soldguthaben auszuzahlen) und eines Schuld- bzw. Transportbriefes (eines übertragbaren Schuldscheins) durch das Besatzungsmitglied
  4. die Namen von Zugestiegenen, die am Kap der Guten Hoffnung an Bord gekommen waren.

Natürlich werden auch alle Schiffsnamen angeben. Diese stammen aus der Datenbank von Dutch Asiatic Shipping (DAS). Zwischen 1595 und 1795 segelten unter der Flagge der Vereinigten Ostindischen Compagnie und den ihr vorausgehenden „Vorkompanien“.

Alle Voraussetzungen für eine spannende Recherche sind hier gegeben.

Menschen aus Stadt und Herrschaft Rheda in Mittelalter und Neuzeit

Cover Beiträge zur westfälischen Familienforschung 72/73

Im neuen Jahresband, oder besser Jahres-Doppelband, der Beiträge zur Genealogie und Familienforschung (Band 72/73 2014/15) stehen die Stadt und die Herrschaft Rheda im Mittelpunkt.

Das Forscherteam

Die beiden bekannten Familienforscher Jochen Ossenbrink (Gummersbach) und Christian Loefke haben einen ganze Reihe Experten um sich geschart, die mit Beiträgen zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. Neben den bereits genannten gehörten Matthias Bonse (Velbert), Heiner Grimm und Dr. Wolfgang-A. Lewe (Rheda), Hans Jürgen Rade (Paderborn), Wolfgang Schindler (Haan) und Dr. Gereon Siebigs (Wiedenbrück) zum Forscherteam.

Zum Inhalt

Zunächst gibt Jochen Ossenbrink im ersten Teilband einen kurzen geschichtlichen Überblick über die Herrschaft Rheda, bevor er in einem zweiten Beitrag die Amtsträger, wie Burgkapläne und Burgmannen, Drosten, Ministerialen und Minister, Freigrafen und Richter, Rentmeister, Vögte usw. zusammenstellt. Gemeinsam mit Wolfgang-A. Lewe vertieft er das Thema und nimmt die Ritter und Knappen als Burgmannen der Edelherren zur Lippe in Rheda und Lipperode in den Blick. Für Familienforscher von hoher Bedeutung sind die grundherrlichen Verhältnisse, die Jochen Ossenbrink für das Kirchspiel Rheda beleuchtet.

Unter dem Titel „Johanniskirche, Burgkapelle, ‚lütker Altar‘ und Romanus-lehen. Kirchen und Kapellen in Rheda und ihren Beziehungen zu Delbrück und Herzebrock“ werden die kirchlichen Verhältnisse geklärt. Hier wurde auch Domvikar Hans Jürgen Rade als Experte hinzugezogen. Der Besitz und die Rechte der Tecklenburger im nahen Delbrücker Land wird dann von Rade allein untersucht. Der Beitrag ist auch für die Entstehung des Sudhagen in Delbrück von hoher Bedeutung.

Den ersten Teilband schließt Heiner Grimm mit einem Beitrag zur Pfarrerfamilie Beventrup aus Rheda ab.

Zweiter Teilband

Im zweiten Ban steht der einstige Adelssitz und spätere Meierhof Emsmann in der ehemaligen Wiedenbrücker Emsbauerschaft im Mittelpunkt der Betrachtung. Die ritterlichen und bäuerlichen Bewohner werden vom Mittelalter bis in 19. Jahrhundert dargestellt, ebenso auch deren bürgerlichen Nachkommen, die zeitweise zahlreich in Rheda und Wiedenbrück, aber auch in Salzkotten und Rietberg lebten. Die Familien- und Hofesgeschichte wird mit der Darstellung der Besitzverhältnisse und der wirtschaftlichen Entwicklung des Hofes abgerundet. Besonderen Wert legen die Autoren Christian Loefke, Jochen Ossenbrink, Matthias Bonse und Gereon Siebigs auf die Quellensammlung. Viele Quellen werden hier erstmals ediert.

Mumperogge – Mumperow – Mumpro

Den mittelbaren Bezug zur Emsbauerschaft nutzt Wolfgang Schindler, um die neuesten Forschungen zur Isselhorster Meierfamilien Mumperogge, auch Mumperow oder Mumpro, zu veröffentlichen. Bereits die Beiträge zur westfälischen Familienforschung 63/64 (2005/2006) hatten sich schwerpunktmäßig mit dieser Familie beschäftigt.

Mit einem Beitrag zur Familie Brachum in Rheda und Wiedenbrück von Wolfgang-A. Lewe und Christian Loefke wird der 2. Teilband abgeschlossen.

Die Beiträge zur westfälischen Familienforschung, Band 72/73 (2014/2015) sind im Aschendorff Verlag in Münster erschienen. (ISSN 0067-5261 – ISBN 978-3-402-13893-9). Sie sind nur als Doppelband beziehbar und kosten 69,00 €.

Archion: Noch große Lücken bei den Kirchenbüchern aus Lippe

Das Online-Portal Archion, das zahlungspflichtig Kirchenbücher vor allem aus dem Bereich der evangelischen Kirchen zur Recherche zur Verfügung stellt, deckt mit seinem Angebot für die evangelische Seite inzwischen ganz Westfalen ab. Leider gilt das für den Landesteil Lippe noch nicht. Bislang stehen nur die Kirchspiel Almena, Alverdissen, Augustdorf, Barntrup, Bega, Blomberg und Schötmar zur Recherche zur Verfügung. Es ist zu hoffen, dass dies bald ausgeweitet wird. Bis dahin muss man für die anderen Kirchspiele auf das Landesarchiv NRW in Detmold oder die Edition Detmold zurückgreifen.

Melderegister – eine unterschätzte genealogische Quelle

Wer sich mit Familienforschung befasst, denkt im Hinblick auf Quellen automatisch an Standesamtsregister und Kirchenbücher. Sicher sind dies auch die wichtigsten genealogischen Quellen. Nur selten werden Melderegister genutzt. Dabei gibt es diese in größeren Städten schon genau so lange, wie Standesämter. Und sie haben für die Familienforschung einen hohen Quellenwert.

Bereits sein 1857 gibt es generelle Vorschriften für das Meldewesen im Deutschen Reich. Allerdings wurde nur in großen Städten schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Meldekarteien erstellt. Dort wo sie vorhanden sind, bieten sie dem Familienforscher aber viele Vorteile.

Inhalt der Meldekarten

Im Gegensatz zu den zeitgleichen Aufzeichnungen der Standesämter oder Kirchengemeinden kommt bei den Meldekarten die gesamte Familie in den Blick. Hauptperson der Meldekarte ist der Haushaltsvorstand, was im 19. Jahrhundert meistens der Mann war. Von ihm sind Geburtsdatum und Ort, Beruf oder Gewerbe, Anschrift, Religion und häufig auch das Eheschließungsdatum festgehalten. Bei Ehescheidungen wird oft der Ort der Scheidung angegeben. Starb der Haushaltsvorstand während der Nutzungszeit der Meldekarte, ist sein Sterbedatum angegeben. Auf den ältesten Meldekarten findet sich auch noch die Rubrik Eltern. Hier finden sich allerdings häufig nur dann Angaben, wenn auch bereits die Eltern in der entsprechenden Stadt gewohnt haben.

Die Ehefrau ist in der Regel an zweiter Stelle aufgeführt. Auch hier finden sich alle wichtigen Lebensdaten. Daran anschließend sind die Kinder aufgeführt. Sollte eines der Kinder verstorben sein, wird das Sterbedatum angegeben. Wenn Kinder im Laufe der Zeit verzogen sind, wird auf der Meldekarte die neue Adresse mitgeteilt. Erreichen die Kinder das Erwachsenenalter, erhalten sie eine eigene Meldekarte. Das ist dann aber auch auf der Karte des Vaters vermerkt, so dass man diese Karten der nächsten Generation dann suchen kann.

Datenschutz

Für Familienforscher bieten die Meldekarteien aber auch noch einen weiteren ganz erheblichen Vorteil. Während für das Standesamt besonders hohe Anforderungen an den Datenschutz bestehen, sind diese im Stadtarchiv, in dem die Melderegister in der Regel liegen, etwas lockerer. Grundsätzlich gilt für Archivalien, dass sie 30 Jahre nach ihrer Entstehung eingesehen werden können. Handelt es sich um Archivgut, das eine natürliche Person betrifft, darf die Archivalie aber erst 10 Jahre nach dem Tod eingesehen werden. Meldekarten betreffen natürliche Personen und unterliegen daher diesem Schutz. Allerdings geht aus dem Archivgesetz auch hervor, dass, wenn der Todeszeitpunkt nicht bekannt ist, eine Ersatzfrist von 90 Jahren nach der Geburt gilt.

Da die Handhabung der Melderegister angesichts dieser Vorschriften sehr schwierig werden kann, kann man in vielen Stadtarchiven in den Melderegistern, die 90 Jahre und länger außer Gebrauch sind, selbständig recherchieren. Andere Stadtarchive geben – unter Berücksichtigung der Fristen – zumindest Auskunft aus den Meldekarten.

Im Vergleich zu den Fristen des Standesamtes, wo 110 Jahre nach der Geburt oder 30 Jahre nach dem Tod gelten, liegt man aber bei der Meldekarte deutlich besser. Einen Bruder des Urgroßvaters, der z. B. 1916 geboren ist, kann ich beim Standesamt nicht mit seinen Daten erfragen. Auf der Meldekarte von 1925, die ausgewertet werden kann, wird er aber aufgeführt sein.

Quellen zur jüdischen Genealogie werden nutzbar gemacht

Um die Quellen zur jüdischen Genealogie im Landesarchiv NRW Abt. Detmold besser nutzbar zu machen, haben das Landesarchiv, der Verein für Computergenealogie und die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung eine Kooperation vereinbart. Anfang Februar 2017 wurde der entsprechende Vertrag von den Partnern unterschrieben.

Das Landesarchiv mit der Abteilung Personenstandsarchiv in Detmold hat eine Fülle sogenannter Judenregister archiviert. Hierbei handelt es sich um eine rudimentäre Personenstandsverwaltung, die in den preußischen Provinzen – also auch in Westfalen – bis 1874 angewandt wurde. Wie die gleichzeitig geführten Kirchenbuchduplikate mussten die jüdischen Gemeinden oder auch die christlichen Kirchen vor Ort Geburten, Eheschließungen und Tote registrieren und die so entstehenden Register jährlich den staatlichen Behörden zu übergeben. 21 Meter dieser Register lagern im Personenstandsarchiv in Detmold.

Im Rahmen der angesprochenen Kooperation stellt das Landesarchiv die Archivalien zur Verfügung, die Software für ein Datenbank bringt der Verein für Computergenealogie ein. Die Aufbereitung der Daten hat die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung in Westfalen übernommen. Diese Datenbank wird die jüdische Familienforschung in Westfalen zukünftig deutlich erleichtern. Ich werde das Projekt weiter beobachten und gelegentlich wieder darüber berichten.